Montag, 22. April 2013

Die Freude am Herrn ist eure Stärke! (Nehemia 8,10b)


Das erlebe ich hier - dass es Gottes Freude ist, die mich stark macht. Manchmal bin ich nämlich entmutigt und habe nicht mehr so große Lust, hier zu sein. Dann wäre ich lieber in Deutschland, bei meiner Familie, den Freunden, in der Kirchengemeinde, im CVJM, in der Natur usw. Aber es sind nicht die äußeren Umstände, die bestimmen, ob ich mich freue, sondern es ist GOTT! Auch wenn ich das weiß, lasse ich es manchmal noch zu, trotzdem entmutigt zu sein. Aber Gott erinnert mich dann immer wieder daran, dass ich voller Freude bin und dass ich in ihm alles habe, was ich brauche.

Mittlerweile wohne ich im Youth House, das ist ein separates Haus auf der anderen Straßenseite, wo die Voluntäre und die ältesten Jugendlichen des Father's Houses wohnen. Da konnte ich in den ersten Wochen aber nicht wohnen, weil kein Platz war. Vor gut zwei Wochen bin ich dann aber umgezogen, was mich sehr gefreut hat. Im Youth House ist es einfach ruhiger, was ich vor allem an den freien Tagen sehr genieße. Außerdem bin ich jetzt näher an den anderen jungen Leuten dran - zuvor hatte ich eigentlich keinen Kontakt zu ihnen, was sehr schade war. 
Letzte Woche haben alle Kinder und Mitarbeiter einen Ausflug gemacht - die Mädels und Frauen an den Strand, die Jungs und Männer zum Wandern. Wir sind um 5 Uhr morgens gestartet und zunächst einmal raus aus Manila und noch ein bisschen in die Provinz gefahren. Wir sind auf einen Berg gewandert, wo wir über Nacht geblieben sind, weshalb wir auch einiges an Verpflegung dabei hatten. Als wir uns auf dem Parkplatz bereitgemacht haben, haben wir allerdings bemerkt, dass wir unseren Topf vergessen haben. Das ist natürlich besonders für Filipinos schlimm, denn ohne Topf kein Reis. Also haben wir uns bei einer Frau, die direkt neben dem Parkplatz wohnte, noch schnell einen Topf ausgeliehen, was gar kein Problem war. Ich weiß nicht, ob das in Deutschland so einfach vonstatten gegangen wäre, aber hier scheint das Vertrauen relativ groß zu sein. Wir hatten natürlich auch ganz schön viel Wasser dabei, was wir in zwei 20-Liter-Kanistern hochgetragen haben. Das war ganz schön anstrengend, obwohl wir uns natürlich abgewechselt haben. Als wir schließlich alles bereit hatten, ging es los in den Dschungel - ob man das wirklich so nennen kann, weiß ich nicht. Es gab schon Lianen und so, aber es sah trotzdem noch relativ ähnlich wie ein deutscher Wald aus. Vor allem für die kleineren Jungs war es eine ganz schöne Herausforderung, so viel zu laufen. Wir hatten 600 Höhenmeter zu bewältigen und waren 3 1/2 Stunden unterwegs. Man hätte es auch in 2 Stunden (ohne Kinder) schaffen können, aber vor allem gegen Ende waren viele ganz schön fertig und auch die Motivation war am Boden, sodass wir viele Pausen gemacht haben. Aber schließlich sind wir doch angekommen. Wr haben unser Lager ca. 50m unterhalb der Bergspitze aufgeschlagen. Dann wurde zuerst Feuer gemacht, damit wir den Reis kochen konnten. Außerdem hatten wir auch Ulam dabei - das ist im Prinzip immer das, was es außer dem Reis zu essen gibt. Wörtlich übersetzt heißt Ulam - glaube ich - einfach nur "Gericht". In unserem Fall war es Hühnchen mit einer braunen Soße, was sehr lecker war. Wir hatten weder Teller noch Besteck dabei (das war aber auch so geplant), denn man isst hier auch gern mal mit den Händen. Zum Essen haben wir einfach zwei große Plastiktüten ausgebreitet und darauf wurde der Reis und das Ulam geschüttet. Und dann hat einfach jeder mit den Händen reingehauen. Wir hatten nach der langen Fahrt und der Wanderung natürlich auch mächtig Hunger. 
Am Nachmittag sind wir schließlich das letzte Stück auf die Spitze gelaufen und haben den Ausblick genossen - auf der einen Seite das Meer und auf der anderen endlose, durchweg von Wald bewachsene Hügel und Berge. Kurz unterhalb der Bergspitze war ein großer Fels, ca. 20 Meter hoch. Eigentlich sah der unbestreitbar aus, aber es gab dann doch einen Aufstieg, den man aber zuvor nicht gesehen hatte. Das war definitiv Bergsteigen auf philippinische Art - in Deutschland hätte viel mehr Sicherung stattfinden müssen bzw. wäre der Aufstieg so (es gab nur einmal ein Seil, das an einem kleinen Bäumchen festgemacht war) nicht freigegeben. Außerdem hatten manche nur Flip-Flops an, was in Deutschland niemand auch nur erwägen würde. Aber es hat Spaß gemacht und war ziemlich cool, auf so einer kleinen Plattform zu stehen und umher zu schauen. Abends haben wir wieder gekocht und später noch Fische auf dem Lagerfeuer gegrillt. Die Nacht war leider nicht wirklich zu genießen; wir hatten nur dünne Picknickdecken als Schlafunterlage und nur Leintücher zum Zudecken dabei. Es wurde zwar nicht richtig kalt (ich vermute es waren immer noch knapp 25 Grad), aber es gng ein ordentlicher Wind, wodurch es dann doch ziemlich frisch war. Außerdem hatte ich Angst, dass eine Schlange kommen und mich zu Tode beißen würde (ein Biss wäre auch nicht wünschenswert, wenn er nicht tödlich wäre). Dass diese Angst nicht unbegründet war, zeigte sich am nächsten Tag. Beim Runterlaufen ist der Junge, der zuvorderst lief, plötzlich zurückgeschreckt, weil eine Schlange auf dem Weg war. Es war nur eine kleine, vielleicht gut einen Meter lang, und ziemlich dünn, aber dafür war sie giftgrün und hat gezüngelt. Also im Prinzip wie aus dem Bilderbuch :) Aber sie war nicht aggresiv und auch ansonsten hat am alles gut geklappt. Nachmittags sind wir noch an den Strand gefahren, was bitter nötig war, weil wir alle verschwitzt und dreckig waren. Leider war das Wasser auch relativ dreckig, aber die Kinder hatten ihren Spaß. Nach dreistündiger Fahrt ohne Klimaanlage und mit 18 Leuten im Kleinbus waren wir auch alle froh, wieder daheim zu sein. (Leider kann ich gerade keine Bilder von unserer Wanderung hinzufügen, weil ich den Blog vom iPad aus aktualisiere, mit dem ich keine Bilder hochladen kann. Aber wenn ich in nächster Zeit mal wieder am Laptop bin, werden Bilder nachgeliefert.)

Ansonsten geht es mir gut - ich vermisse Deutschland zwar und die vielen tollen Menschen und Dinge dort. Aber ich habe eine gute Zeit hier und weiß, dass es etwas ganz Besonderes ist, was ich erlebe. Trotzdem freue ich mich auch schon wieder sehr auf Zuhause ;)

Sonntag, 7. April 2013

Ostern und der Ocean Park


Endlich kann ich auch mal ein paar Bilder posten. Bilder von den Kindern stelle ich nicht ins Internet, die kann ich dann erst zeigen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Aber mittlerweile habe ich auch sonst noch ein paar Bilder gemacht. Das Bild oben ist an der Manila Bay...es sieht auf den ersten Blick ganz schön aus, eine Promenade, Leute sind im Wasser, die Sonne scheint...so wirklich zum Genießen ist es aber nicht, weil der Strand total vermüllt ist und es fürchterlich stinkt, was auch daran liegt, dass ein Kanal mit irgendwelchem Dreckwasser genau dort ins Meer fließt. Aber trotzdem war es schön, mal das Meer zu sehen, weil ich das sonst nicht sehe. Man braucht aufgrund des Verkehrs auch 1-2 Stunden, um überhaupt dorthin zu kommen.
Letzte Woche haben wir zusammen mit den Kindern Ostern gefeiert, mit Eiersuche und einem schönen gemeinsamen Mittagessen. Ostern ist auf den Philippinen ein noch besondereres Fest als in Deutschland...am Gründonnerstag laufen sehr viele Leute zu verschiedenen Kirchen, das ist quasi ein Bußmarsch. Für einen Filipino ist es schon ein Opfer, überhaupt eine längere Strecke zu laufen, noch dazu bei der Hitze. Am Karfreitag gibt es öffentliche Geißelungen und manche Leute lassen sich sogar kreuzigen - ziemlich verrückt und für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.


Gestern waren wir im Ocean Park - ein Gelände mit vielen verschiedenen Attraktionen rund um den Ozean. Wir hatten einen sehr schönen Tag mit vielen Erlebnissen und einem guten asiatischen Mittagessen in einem hübschen Restaurant. Vor allem das Fish-Spa war eine witzige Erfahrung - viele kleine Fische, die einem die toten Hautzellen von den Füßen abfressen. Und im Raubvögelbereich konnte man die Vögel hautnah erleben, wovon vor allem Lena ein Lied singen kann. Die waren aber total zahm und haben niemanden angegriffen oder so - außer dass sie von einem kleinen Mädchen die Haarspange geklaut haben.






Minusgrade inmitten von Manila - es sollte einen Besuch in der Antarktis simulieren.


Zuerst ein Lächeln...
...dann streicheln...

...und schließlich der Schreck, weil der Geier ein bisschen unruhig wird.



   

Dienstag, 26. März 2013

36° und es wird noch heißer...

Also 36°C hat es hier tagsüber bestimmt...auf jeden Fall hat es im Zimmer selbst um 22 Uhr noch 32°C, was ganz schön lästig sein kann. Da klagen selbst die Filipinos. Aber eigentlich komme ich damit ganz gut zurecht, man schwitzt eben die ganze Zeit und muss viel trinken.
Jetzt bin ich drei Wochen hier und habe mich gut eingelebt, der Tagesablauf ist zum Alltag geworden. Dieser sieht folgendermaßen aus: 
7.30 Uhr    Frühstück
Danach     Spülen
Danach     Spielen mit den Kindern/praktisches Arbeiten
12.30 Uhr  Mittagessen
Danach      Spülen
Danach      Mittagspause
14.30 Uhr  Kurzes Mitarbeitermeeting, um den Nachmittag zu besprechen
Danach      sogenannte "Merienda", das ist ein Nachmittagssnack und die Filipinos lieben             solche kleinen Snacks. Mal gibt es Mango, mal Kekse, mal Bananen-Eis-Nachtisch, mal Brötchen, mal einen Reissnack usw. Bisher hat sich erst ein Snack wiederholt, was für die große Vielfalt an Sachen spricht. Merienda kann an man auch an den meisten Straßenständen kaufen.
17.15 Uhr  "Showertime" für die kleinen Jungs, da muss ich danach schauen, dass das auch erledigt wird, ob die Nägel geschnitten sind und dass es keine Kämpfe gibt ;)
18 Uhr        Abendessen
Danach      Spülen
Danach      frei! 
Also die "Arbeit" ist schon relativ locker bzw. macht sehr oft Spaß, sie kann eben auch mal aus Basketball- oder Schachspielen bestehen...ansonsten beaufsichtige ich die Kleineren, spiele mit ihnen oder auch mit den Größeren. Besonders bei den Jüngeren ist es oft ungeschickt, dass ich kein Tagalog kann, weil ich eben keine Streits schlichten kann, weil ich das Problem nicht verstehe. Und ihr Englisch beschränkt sich auf Tiere, Zahlen und andere Wörter, die sie aufgeschnappt haben. Aber Spaß kann man auch ohne linguale Verständigung haben :)
Neulich gab es mal wieder Fisch, und natürlich nicht wie in Deutschland als Filet, sondern mehr oder weniger ganz. Also die Innereien sind immer draußen, aber ansonsten ist der Fisch noch klar als solcher zu erkennen. Es ist ganz witzig, nach dem Essen noch ein bisschen mit dem Kopf des Fisches zu spielen...das Einprägsamste war aber ein 4-jähriger philippinischer Junge, der - nachdem ihm ein Fisch auf den Teller gelegt worden war - zuallererst die Augen herausgepuhlt und in den Mund gesteckt hat. Diesen Part hab ich einfach mal übersprungen, aber ansonsten war der Fisch lecker.
Letzte Woche durfte ich mit zu einem Hausbesuch. Wir haben die Familie eines Jungen, der hier wohnt, zusammen mit ihm besucht. Sie wohnen in einer sogenannten "squatter area", das ist ein informelles Wohngebiet, wenn ich richtig informiert bin. Auf jeden Fall sind alle Häuser sehr einfach bzw. sind eher Hütten. Die Wände bestehen zwar größtenteils aus Stein, aber die Dächer sind Wellblech. Ein Haus steht direkt am anderen und zwischen den "Häuserfronten" ist ein relativ schmaler Gang, auf dem oft Wasser läuft, Kinder spielen oder Leute sitzen. Für mich war das sehr eindrücklich zu sehen....natürlich hat man schon hundertmal von so etwas gehört, aber es selbst zu sehen, zu hören und zu riechen (!) ist einfach etwas komplett anderes. Das Wasser wurde aus einem Brunnen geschöpft und Strom gibt es auch nicht. Und überall sind Kinder und junge Mütter. Auf den Philippinen gibt es insgesamt viel mehr Kinder als in Deutschland...dass ich nur eine Schwester habe, ist etwas Besonderes.
Morgen haben die Kinder Graduation in der Schule und dann haben sie endgültig Sommerferien. Das ist für alle natürlich etwas Besonderes und auch das Programm wird anders aussehen; es gibt verschiedene Workshops, wir gehen einmal in der Woche schwimmen, wir gehen mal außerhalb von Manila wandern etc. Das wird bestimmt eine gute, vielleicht anstrengende und erlebnisreiche Zeit. Es bedeutet natürlich auch, dass alle den ganzen Tag zu Hause sind - bisher waren die Älteren von morgens bis abends in der Schule, die Jüngeren morgens und die, die noch nicht zur Schule gehen (sind aber nur drei) waren natürlich den ganzen Tag da.
Ich würde sehr gern so um die 10°C nach Deutschland schicken...so langsam wird es ja echt Zeit für den Frühling, und etwas kühler wäre hier manchmal schon ganz angenehm ;)

Montag, 11. März 2013

Kamusta!

...das ist Tagalog und heißt so viel wie "Hallo" oder "Wie geht´s". Tagalog ist neben Englisch die Sprache, die man hier spricht. Beziehungsweise Tagalog wird gesprochen, aber fast alle Schilder und Beschriftungen sind auf Englisch.
Insgesamt geht es mir hier gut. Ich hab nach einer Woche weder einen Kultur- noch Essens- oder Klimaschock. Die ersten Tage war es sogar "kühl", das heißt einfach, dass es wie bei uns im Sommer war. Weil man hier durch die hohe Luftfeuchtigkeit viel schwitzt, duscht jeder 2-3x täglich, auch die Kinder. Es scheint hier kein Wasserversorgungsproblem zu geben. Im Moment (mittags um 14 Uhr) hat es in meinem Zimmer 32°C, nachts sind es normalerweise 30°.
Ich wohne mit fünf Jungs im Alter von ca. 12-16 Jahren im Zimmer, was natürlich spannend ist. Aber es klappt bisher ganz gut. Hier auf dem Gelände vom Father´s House ist immer was los...die Kinder gehen zwar zur Schule, aber die Kleinsten (ca.5 Jahre alt, ist aber sehr schwer zu schätzen , weil manche auch unterentwickelt sind) sind (fast) den ganzen Tag hier. Den größten Teil meiner Arbeit spiele ich mit den Kindern oder arbeite etwas Praktisches...wir haben angefangen, Fahrräder zu restaurieren, d.h. alles auseinanderschrauben, putzen und bald bekommen die Rahmen einen neuen Anstrich. Beim Auseinanderbauen haben die Kleinen auch ganz süß geholfen. Ansonsten spielen wir Basketball, Federball oder es werden verschiedene Fahrzeuge wie Inliner, Fahrräder, Skateboard... ausgepackt. Die Kleinen quasseln mich oft auch auf Tagalog voll, obwohl ich außer Wasser, Hallo, Bett und vielleicht noch ein paar anderen Wörtern nichts verstehe. Aber das stört eigentlich weniger, die Kommunikation läuft eben über Berührungen, Gesten und Gesichtsausdrücke ab.
Einer der jüngeren Jungs hat diese Woche seinen Geburtstag gefeiert...zum ersten Mal in seinem Leben. Das war echt schön, das Strahlen auf seinem Gesicht zu sehen, als alle für ihn gesungen haben und er ein Geschenk bekommen hat.
Das Umfeld hier ist natürlich sehr anders...auf der Straße sieht man viele Kinder spielen, die Häuser sind zum Teil sehr einfach oder sind eigentlich eher Hütten und es gibt viele Straßenstände, wo man etwas zu essen kaufen kann. Außerdem streunen überall Hunde herum, die aber nicht gefährlich, sondern ängstlich sind. Als Weißer fällt man ziemlich auf, Leute hupen und Kinder rufen "Hello" und fragen nach Namen und Alter. Eigentlich ist das komisch, weil man schon immer mal wieder einen Weißen sieht, wenn auch nicht allzu oft. Aber es scheint einfach etwas Besonderes zu sein. Für mich ist das Gefühl, sehr oft der Größte zu sein, auch ziemlich witzig und ungewohnt. Viele der Dinge, die man hier kaufen kann, sind sehr billig. So kostet zum Beispiel ein halber Liter Coca-Cola im Supermarkt nur ca. 40 Cent. Und der Sprit kostet ungefähr 1€/Liter.
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind echt cool... wobei sie eigentlich nicht öffentlich, sondern privat sind. Auf den größeren Straßen gibt es Jeepneys, das sind kleine Busse, mit denen man für 8 Pesos (ca. 15 Cent) fährt. In den kleineren Straßen gibt es Tricycles, das sind Motorräder mit Seitenwagen, für die man auch 8 Pesos bezahlt. Damit können sieben Leute fahren, ein Fahrer, zwei hinten auf dem Motorrad und vier im Seitenwagen. Einen Helm zieht man dabei natürlich nicht auf, sondern hält sich an einer Stange am Dach. Außerdem gibt es auch noch Pedicabs (Fahrräder mit Seitenwagen), die in jede noch so kleine Straße fahren. Der Verkehr ist auch interessant, es wird gern aus drei Spuren vier gemacht, gedrängelt, gehupt usw.
Achja, die Dusche ist auch witzig....einfach ein Wasserhahn mit einem Eimer drunter und einer Schöpfkelle dabei. Zum Essen gibt es normalerweise dreimal am Tag Reis und fast immer Fleisch dazu. Meistens ist es eine Art Gulasch mit Gemüse dabei. Als es mal Fisch gab, wurde ich gefragt, ob ich den Kopf, den Körper oder den Schwanz will. Da hab ich mich natürlich für den Körper entschieden, was es aber dann gar nicht mehr gab. Also hab ich eben den Schwanz genommen, was aber echt ok war. Also den Schwanz selbst hab ich nicht gegessen, aber das Fleisch, das noch davor war. Außerdem habe ich auch schon einen Krebs gegessen, den ich noch selber aufknacken musste. Hat im Prinzip auch nur wie Fisch geschmeckt. Heute Morgen gab es ein Ei-Gericht, bei dem - wenn ich alles richtig verstanden habe - die Eier zuvor einige Tage oder Wochen in die Erde gesteckt werden...das schmeckt man auch, es schmeckt einfach wie faule Eier. Aber das war das erste Mal, dass ich etwas nicht gemocht habe.
Und zum Schluss noch eine wunderbare Nachricht für alle, die es noch nicht gehört haben: Lena und ich haben uns verlobt! Nachdem wir uns am Samstag (02.03.) voller Freude nach siebeneinhalb Monaten wiedergesehen haben, haben wir Lenas 20. Geburtstag (03.03.) gemeinsam gefeiert und zu einem ganz besonderen Tag für uns beide gemacht. Wir sind sehr, sehr glücklich und freuen uns auf die Zukunft :)
Das war es soweit einmal, liebe Grüße und genießt es, dass jetzt der Frühling nach Deutschland kommt (dank GEA-E-Paper kann ich ein bisschen die Temperaturen mitverfolgen).

Mittwoch, 27. Februar 2013

Goodbye, Europe!

Übermorgen geht es für mich zum ersten Mal in meinem Leben raus aus Europa! Ich werde von Samstag bis zum 15. August in Manila auf den Philippinen in einem Kinderheim arbeiten (für alle, die das bisher noch nicht wussten ;) )

Zuallererst freue ich mich darauf, Lena nach gut siebeneinhalb Monaten wieder zu sehen! Es ist einfach unglaublich, dass jetzt der Tag schon fast da ist, nach dem wir uns schon so lange sehnen.

Ich bin sehr gespannt, was ich auf den Philippinen alles erleben werde. Die vergangene Zeit in Lüdenscheid war sehr gut, ich hatte viele gute Gespräche und habe wunderbare Menschen kennengelernt! Außerdem haben die Berichte von der Arbeit in Manila meine Vorfreude und Begeisterung richtig geweckt - ich freue mich einfach darauf, den Kindern ein "Kuya" zu sein. Das ist das philippinische Wort für "großer Bruder", das man aber auch als Anrede außerhalb der Familie gebraucht (sofern der andere älter als man selbst ist). So zumindest hab ich das bis jetzt verstanden ;)

Ich werde mich dann von den Philippinen wieder melden, machts gut!

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!   (2. Korinther 13,13)

Dienstag, 12. Februar 2013

Ein kurzer Überblick

Puuh, ist es jetzt schon lange her, seit ich mal was geschrieben habe... Entschuldigung an alle, die vergebens meinen Blog aufgerufen haben! 
In den letzten Wochen ist viel passiert. Eine Woche vor Weihnachten war Papa da und wir haben das Wochenende zusammen verbracht, was echt schön war. Wir waren unter anderem in einem Pub, um Fußball zu schauen und Bier zu trinken - typisch englisch - und hatten auch ein "Full English Breakfast", das aus Würstchen, gebratenem Schinken, Toast, Butter, Spiegelei, Bohnen, Kartoffelrösti und eventuell etwas anderem bestand, das ich vergessen habe. War auf jeden Fall sehr gut!
Weihnachten haben wir in unserem Haus gefeiert. Wir hatten einige Gäste - Freunde aus Deutschland und ein paar Leute aus England, die wahrscheinlich zum ersten Mal auch schon am 24. gefeiert haben (in England ist der 25. das "Hauptweihnachtsfest"). Entgegen der Erwartungen hatten wir ein angemessenes  Weihnachtsessen - 3,5 Kilo Schweinebraten, Spätzle, Soße und Rosenkohl. 
Nach Weihnachten hatten wir noch fast zwei Wochen frei, die wir in England bleibenden Schüler gemeinsam verbracht haben. Es war eine total schöne Zeit - wir wurden von ein paar Leuten aus der Gemeinde zu ihnen nach Hause eingeladen, haben Sachen miteinander unternommen, haben an einem Tag alle drei "Herr der Ringe" angeschaut, sind auf einem Pferd geritten usw. Durch diese Zeit haben sich unsere Freundschaften auch nochmal sehr vertieft.
Am 4.Januar ging es dann nach Fuengirola (das ist bei Malaga). Wir waren dort bei einer (englischsprachigen) Gemeinde und haben Gottesdienste gestaltet, Andachten in einer christlichen Schule gehalten, Hauskreise besucht, verschiedene Treffen (z.B. Lobpreis oder Prophetie) organisiert und hatten nebenbei noch viel Spaß. Natürlich haben wir den Strand und die mit bis zu 20°C für Januar sehr angenehmen Temperaturen auch genossen. Und Gott hat auch Großes gewirkt! Wir haben zum Beispiel für eine durch einen Schlaganfall erblindete Frau gebetet und danach konnte sie wieder Formen und Farben erkennen. In den Tagen, in denen wir dort waren, hat sich ihre Sicht stetig verbessert. Zum Schluss konnte sie zwar nicht perfekt sehen, aber es war trotzdem sehr schön zu sehen, was Gott in ihr bewirkt hat. Insgesamt war die Gemeinde dort sehr ermutigt durch unseren Einsatz und viele haben uns gesagt, dass sie es sehr genossen haben, dass wir da waren.
Nachdem wir aus Spanien zurückgekehrt waren, hatten wir nur noch ein bisschen mehr als eine Woche in England, die echt schnell vorüberging. Am Sonntagabend, 27.1., bin ich dann mit Benni mit dem Zug von Manchester losgefahren. Zuerst ging es nach London, wo wir die Nacht im Starbucks verbracht haben. Von dort aus weiter nach Brüssel, dann über Köln nach Stuttgart, wo es das große Wiedersehen mit unseren Eltern gab :) Es war ein sehr schönes Gefühl, wieder in Deutschland zu sein.
Allerdings war ich nur eine Woche zu Hause...ich hab viel gutes Essen genossen (Linsen mit Spätzle oder Rindsrouladen), mich mit Freunden getroffen, einen riesigen Stapel Post durchgeguckt, Sachen erledigt usw. Am Wochenende kam dann sogar Tabea von Mailand und wir haben den ganzen Samstag miteinander verbracht...endlich mal wieder zusammen spielen und einfach die Familiengemeinschaft genießen. 
Jetzt bin ich seit gut einer Woche in Lüdenscheid bei der FCJG, weil ich mit Help International (das ist der Missionszweig der FCJG) nach Manila auf den Philippinen gehe und deshalb hier eine Vorbereitungszeit mache. Ich genieße die Gemeinschaft hier sehr und freue mich, viel Zeit zu haben, zu lesen, Zeit mit Gott zu verbringen usw.
Außerdem wächst die Vorfreude und Aufregung in Bezug auf die Philippinen - nur noch gut zwei Wochen, bis ich fliege! Ich freue mich natürlich zuallererst auf Lena, aber auch auf das neue Land, die Erfahrung, in einer mir fremden Kultur zu leben, die Arbeit mit den Kindern, das andere Umfeld und Klima usw. 
From glory to glory - von Herrlichkeit zu Herrlichkeit - das kann ich wirklich bestätigen! Es ist nicht so, dass ich der Zeit in England sehr nachtrauere oder Angst vor der Zeit auf den Philippinen habe....die Zeit in England war sehr wertvoll, es war wunderbar, aber jetzt kommt etwas Neues und Gott hat so viel Gutes für mich vorbereitet. Und ich freue mich darauf, das zu erleben und in seine Fülle einzutauchen, ihn jeden Tag besser kennenzulernen und mehr und mehr zu wissen, wie sehr er mich liebt und was er von mir denkt!
                                           Unser Weihnachtsessen.
                                          Ein ganz normaler Tag in Spanien :D
                             
Das ist eine spanische Spezialität - Chocolate con Churros. Heiße Schokolade mit frittierten "Teigwürstchen", die in die Schokolade getunkt werden.

                                          Unsere erste Begegnung mit der spanischen Sonne.


Das war jetzt nur ein sehr kurzer Überblick über die letzten Wochen...es ist so viel mehr passiert - vor allem in Spanien - als ich hier erzählt habe. Also wenn ihr mehr wissen wollt, schreibt mir einfach!

Dienstag, 27. November 2012

Perth, Scotland

Jetzt bin ich zurück in England. Schottland war gut! Es war relativ kalt dort (nicht wirklich kalt, also ungefähr die selbe Temperatur wie in Deutschland zu dieser Jahreszeit, aber wenn man englische Temperaturen gewöhnt ist, war es kalt) und wir hatten eine richtig gute Zeit.
Am Donnerstagabend hatten wir ein erstes Treffen mit Leuten aus der Gemeinde. Wir hatten ein bisschen Lobpreis und haben erzählt, was wir machen wollen. Außerdem haben wir für Leute gebetet und zwei wurden geheilt; einer hatte Schmerzen in der Schulter und konnte deshalb seinen Arm nicht heben. Nachdem jemand für ihn gebetet hat, konnte er ihn schwingen und hatte keine Schmerzen mehr. Eine andere Frau hatte einen Tennisarm und wurde auch geheilt - Halleluja!
Am Freitag waren wir morgens in der Innenstadt von Perth und haben mit Leuten geredet und gefragt, ob wir für sie beten können (z.B. für Heilung). Das war ganz gut, aber es ist nicht wirklich etwas passiert.
Am Samstag waren wir den ganzen Tag in der Stadt; morgens haben wir Geld bekommen und konnten Sachen kaufen, um Leuten eine Freude zu bereiten. Wir haben Rosen verschenkt und den Frauen (eine Rose für einen Mann wäre irgendwie komisch gewesen) gesagt, dass sie wertvoll und wunderbar sind. Da haben sich viele sehr gefreut, manche haben komischerweise auch abgelehnt. Am Nachmittag waren wir wieder in der Fußgängerzone, haben Musik gemacht und "Free hugs" und "Free Healing" angeboten. Da kommt man sich teilweise ziemlich komisch vor, aber es war gut :) Ian hat für zwei Mädels gebetet, die eine wurde komplett von Knieschmerzen - weswegen sie eigentlich eine Operation gebraucht hätte - geheilt, und die andere von Schmerzen im Finger. So gut! Außerdem haben wir eine Gruppe von Mädels getroffen und sie zum Gottesdienst am Sonntag eingeladen. Und sie sind gekommen! Das war ziemlich cool, sie waren nämlich relativ erstaunt, wie ein Gottesdienst auch aussehen kann - nicht langweilig und man musste auch nicht mucksmäuschenstill sein (so waren sie es gewohnt). Sie sind noch zum Mittagessen geblieben und wir haben lang mit ihnen reden können. Sie haben sogar mit den Pastoren geredet und ich hoffe, dass sie nicht das letzte Mal im Gottesdienst waren.
Am Abend zuvor, also Samstag, haben wir für eine Frau aus der Gemeinde gebetet, die seit sechs Monaten einen Tinitus hatte, und sie wurde geheilt! Wir haben das Timo (dem Leiter der Schule, der aber nicht in Schottland dabei war) erzählt. Er war am Sonntagabend bei einem Gottesdienst und hat diese Tinitus-Heilung erzählt und gefragt, ob jemand einen Tinitus hat. Sie haben für zwei Männer gebetet, und beide wurden geheilt. Der eine hatte seit acht und der andere seit drei Jahren einen Tinitus. Das ist so genial! Irgendwie liegt Kraft im Zeugnisgeben, der Glaube in einem wird gestärkt, wenn man hört, dass jemand geheilt wurde, und deshalb hat man dann den Mut, auch für die Krankheit zu beten. Also wenn ihr einen Tinitus habt oder jemanden kennt, der darunter leidet, betet dafür!
Das wars von meiner Zeit in Schottland - leider habe ich nicht viel von der Landschaft gesehen, aber stattdessen viele geniale Dinge!