Jetzt bin ich drei Wochen hier und habe mich gut eingelebt, der Tagesablauf ist zum Alltag geworden. Dieser sieht folgendermaßen aus:
7.30 Uhr Frühstück
Danach Spülen
Danach Spielen mit den Kindern/praktisches Arbeiten
12.30 Uhr Mittagessen
Danach Spülen
Danach Mittagspause
14.30 Uhr Kurzes Mitarbeitermeeting, um den Nachmittag zu besprechen
Danach sogenannte "Merienda", das ist ein Nachmittagssnack und die Filipinos lieben solche kleinen Snacks. Mal gibt es Mango, mal Kekse, mal Bananen-Eis-Nachtisch, mal Brötchen, mal einen Reissnack usw. Bisher hat sich erst ein Snack wiederholt, was für die große Vielfalt an Sachen spricht. Merienda kann an man auch an den meisten Straßenständen kaufen.
17.15 Uhr "Showertime" für die kleinen Jungs, da muss ich danach schauen, dass das auch erledigt wird, ob die Nägel geschnitten sind und dass es keine Kämpfe gibt ;)
18 Uhr Abendessen
Danach Spülen
Danach frei!
Also die "Arbeit" ist schon relativ locker bzw. macht sehr oft Spaß, sie kann eben auch mal aus Basketball- oder Schachspielen bestehen...ansonsten beaufsichtige ich die Kleineren, spiele mit ihnen oder auch mit den Größeren. Besonders bei den Jüngeren ist es oft ungeschickt, dass ich kein Tagalog kann, weil ich eben keine Streits schlichten kann, weil ich das Problem nicht verstehe. Und ihr Englisch beschränkt sich auf Tiere, Zahlen und andere Wörter, die sie aufgeschnappt haben. Aber Spaß kann man auch ohne linguale Verständigung haben :)
Neulich gab es mal wieder Fisch, und natürlich nicht wie in Deutschland als Filet, sondern mehr oder weniger ganz. Also die Innereien sind immer draußen, aber ansonsten ist der Fisch noch klar als solcher zu erkennen. Es ist ganz witzig, nach dem Essen noch ein bisschen mit dem Kopf des Fisches zu spielen...das Einprägsamste war aber ein 4-jähriger philippinischer Junge, der - nachdem ihm ein Fisch auf den Teller gelegt worden war - zuallererst die Augen herausgepuhlt und in den Mund gesteckt hat. Diesen Part hab ich einfach mal übersprungen, aber ansonsten war der Fisch lecker.
Letzte Woche durfte ich mit zu einem Hausbesuch. Wir haben die Familie eines Jungen, der hier wohnt, zusammen mit ihm besucht. Sie wohnen in einer sogenannten "squatter area", das ist ein informelles Wohngebiet, wenn ich richtig informiert bin. Auf jeden Fall sind alle Häuser sehr einfach bzw. sind eher Hütten. Die Wände bestehen zwar größtenteils aus Stein, aber die Dächer sind Wellblech. Ein Haus steht direkt am anderen und zwischen den "Häuserfronten" ist ein relativ schmaler Gang, auf dem oft Wasser läuft, Kinder spielen oder Leute sitzen. Für mich war das sehr eindrücklich zu sehen....natürlich hat man schon hundertmal von so etwas gehört, aber es selbst zu sehen, zu hören und zu riechen (!) ist einfach etwas komplett anderes. Das Wasser wurde aus einem Brunnen geschöpft und Strom gibt es auch nicht. Und überall sind Kinder und junge Mütter. Auf den Philippinen gibt es insgesamt viel mehr Kinder als in Deutschland...dass ich nur eine Schwester habe, ist etwas Besonderes.
Morgen haben die Kinder Graduation in der Schule und dann haben sie endgültig Sommerferien. Das ist für alle natürlich etwas Besonderes und auch das Programm wird anders aussehen; es gibt verschiedene Workshops, wir gehen einmal in der Woche schwimmen, wir gehen mal außerhalb von Manila wandern etc. Das wird bestimmt eine gute, vielleicht anstrengende und erlebnisreiche Zeit. Es bedeutet natürlich auch, dass alle den ganzen Tag zu Hause sind - bisher waren die Älteren von morgens bis abends in der Schule, die Jüngeren morgens und die, die noch nicht zur Schule gehen (sind aber nur drei) waren natürlich den ganzen Tag da.
Ich würde sehr gern so um die 10°C nach Deutschland schicken...so langsam wird es ja echt Zeit für den Frühling, und etwas kühler wäre hier manchmal schon ganz angenehm ;)