...das ist Tagalog und
heißt so viel wie "Hallo" oder "Wie geht´s".
Tagalog ist neben Englisch die Sprache, die man hier spricht.
Beziehungsweise Tagalog wird gesprochen, aber fast alle Schilder und
Beschriftungen sind auf Englisch.
Insgesamt geht es mir hier
gut. Ich hab nach einer Woche weder einen Kultur- noch Essens- oder
Klimaschock. Die ersten Tage war es sogar "kühl", das
heißt einfach, dass es wie bei uns im Sommer war. Weil man hier
durch die hohe Luftfeuchtigkeit viel schwitzt, duscht jeder 2-3x
täglich, auch die Kinder. Es scheint hier kein
Wasserversorgungsproblem zu geben. Im Moment (mittags um 14 Uhr) hat
es in meinem Zimmer 32°C, nachts sind es normalerweise 30°.
Ich wohne mit fünf Jungs im Alter von
ca. 12-16 Jahren im Zimmer, was natürlich spannend ist. Aber es
klappt bisher ganz gut. Hier auf dem Gelände vom Father´s House ist
immer was los...die Kinder gehen zwar zur Schule, aber die Kleinsten
(ca.5 Jahre alt, ist aber sehr schwer zu schätzen , weil manche auch
unterentwickelt sind) sind (fast) den ganzen Tag hier. Den größten
Teil meiner Arbeit spiele ich mit den Kindern oder arbeite etwas
Praktisches...wir haben angefangen, Fahrräder zu restaurieren, d.h.
alles auseinanderschrauben, putzen und bald bekommen die Rahmen einen
neuen Anstrich. Beim Auseinanderbauen haben die Kleinen auch ganz süß
geholfen. Ansonsten spielen wir Basketball, Federball oder es werden
verschiedene Fahrzeuge wie Inliner, Fahrräder, Skateboard...
ausgepackt. Die Kleinen quasseln mich oft auch auf Tagalog voll,
obwohl ich außer Wasser, Hallo, Bett und vielleicht noch ein paar
anderen Wörtern nichts verstehe. Aber das stört eigentlich weniger,
die Kommunikation läuft eben über Berührungen, Gesten und
Gesichtsausdrücke ab.
Einer der jüngeren Jungs hat diese
Woche seinen Geburtstag gefeiert...zum ersten Mal in seinem Leben.
Das war echt schön, das Strahlen auf seinem Gesicht zu sehen, als
alle für ihn gesungen haben und er ein Geschenk bekommen hat.
Das Umfeld hier ist natürlich sehr
anders...auf der Straße sieht man viele Kinder spielen, die Häuser
sind zum Teil sehr einfach oder sind eigentlich eher Hütten und es
gibt viele Straßenstände, wo man etwas zu essen kaufen kann.
Außerdem streunen überall Hunde herum, die aber nicht gefährlich,
sondern ängstlich sind. Als Weißer fällt man ziemlich auf, Leute
hupen und Kinder rufen "Hello" und fragen nach Namen und
Alter. Eigentlich ist das komisch, weil man schon immer mal wieder
einen Weißen sieht, wenn auch nicht allzu oft. Aber es scheint
einfach etwas Besonderes zu sein. Für mich ist das Gefühl, sehr oft
der Größte zu sein, auch ziemlich witzig und ungewohnt. Viele der
Dinge, die man hier kaufen kann, sind sehr billig. So kostet zum
Beispiel ein halber Liter Coca-Cola im Supermarkt nur ca. 40 Cent.
Und der Sprit kostet ungefähr 1€/Liter.
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind
echt cool... wobei sie eigentlich nicht öffentlich, sondern privat
sind. Auf den größeren Straßen gibt es Jeepneys, das sind kleine
Busse, mit denen man für 8 Pesos (ca. 15 Cent) fährt. In den
kleineren Straßen gibt es Tricycles, das sind Motorräder mit
Seitenwagen, für die man auch 8 Pesos bezahlt. Damit können sieben
Leute fahren, ein Fahrer, zwei hinten auf dem Motorrad und vier im
Seitenwagen. Einen Helm zieht man dabei natürlich nicht auf, sondern
hält sich an einer Stange am Dach. Außerdem gibt es auch noch
Pedicabs (Fahrräder mit Seitenwagen), die in jede noch so kleine
Straße fahren. Der Verkehr ist auch interessant, es wird gern aus
drei Spuren vier gemacht, gedrängelt, gehupt usw.
Achja, die Dusche ist auch
witzig....einfach ein Wasserhahn mit einem Eimer drunter und einer
Schöpfkelle dabei. Zum Essen gibt es normalerweise dreimal am Tag
Reis und fast immer Fleisch dazu. Meistens ist es eine Art Gulasch
mit Gemüse dabei. Als es mal Fisch gab, wurde ich gefragt, ob ich
den Kopf, den Körper oder den Schwanz will. Da hab ich mich
natürlich für den Körper entschieden, was es aber dann gar nicht
mehr gab. Also hab ich eben den Schwanz genommen, was aber echt ok
war. Also den Schwanz selbst hab ich nicht gegessen, aber das
Fleisch, das noch davor war. Außerdem habe ich auch schon einen
Krebs gegessen, den ich noch selber aufknacken musste. Hat im Prinzip
auch nur wie Fisch geschmeckt. Heute Morgen gab es ein Ei-Gericht,
bei dem - wenn ich alles richtig verstanden habe - die Eier zuvor
einige Tage oder Wochen in die Erde gesteckt werden...das schmeckt
man auch, es schmeckt einfach wie faule Eier. Aber das war das erste
Mal, dass ich etwas nicht gemocht habe.
Und zum Schluss noch eine wunderbare
Nachricht für alle, die es noch nicht gehört haben: Lena und ich
haben uns verlobt! Nachdem wir uns am Samstag (02.03.) voller Freude
nach siebeneinhalb Monaten wiedergesehen haben, haben wir Lenas 20.
Geburtstag (03.03.) gemeinsam gefeiert und zu einem ganz besonderen
Tag für uns beide gemacht. Wir sind sehr, sehr glücklich und freuen
uns auf die Zukunft :)
Das war es soweit einmal, liebe Grüße
und genießt es, dass jetzt der Frühling nach Deutschland kommt
(dank GEA-E-Paper kann ich ein bisschen die Temperaturen
mitverfolgen).
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