Montag, 11. März 2013

Kamusta!

...das ist Tagalog und heißt so viel wie "Hallo" oder "Wie geht´s". Tagalog ist neben Englisch die Sprache, die man hier spricht. Beziehungsweise Tagalog wird gesprochen, aber fast alle Schilder und Beschriftungen sind auf Englisch.
Insgesamt geht es mir hier gut. Ich hab nach einer Woche weder einen Kultur- noch Essens- oder Klimaschock. Die ersten Tage war es sogar "kühl", das heißt einfach, dass es wie bei uns im Sommer war. Weil man hier durch die hohe Luftfeuchtigkeit viel schwitzt, duscht jeder 2-3x täglich, auch die Kinder. Es scheint hier kein Wasserversorgungsproblem zu geben. Im Moment (mittags um 14 Uhr) hat es in meinem Zimmer 32°C, nachts sind es normalerweise 30°.
Ich wohne mit fünf Jungs im Alter von ca. 12-16 Jahren im Zimmer, was natürlich spannend ist. Aber es klappt bisher ganz gut. Hier auf dem Gelände vom Father´s House ist immer was los...die Kinder gehen zwar zur Schule, aber die Kleinsten (ca.5 Jahre alt, ist aber sehr schwer zu schätzen , weil manche auch unterentwickelt sind) sind (fast) den ganzen Tag hier. Den größten Teil meiner Arbeit spiele ich mit den Kindern oder arbeite etwas Praktisches...wir haben angefangen, Fahrräder zu restaurieren, d.h. alles auseinanderschrauben, putzen und bald bekommen die Rahmen einen neuen Anstrich. Beim Auseinanderbauen haben die Kleinen auch ganz süß geholfen. Ansonsten spielen wir Basketball, Federball oder es werden verschiedene Fahrzeuge wie Inliner, Fahrräder, Skateboard... ausgepackt. Die Kleinen quasseln mich oft auch auf Tagalog voll, obwohl ich außer Wasser, Hallo, Bett und vielleicht noch ein paar anderen Wörtern nichts verstehe. Aber das stört eigentlich weniger, die Kommunikation läuft eben über Berührungen, Gesten und Gesichtsausdrücke ab.
Einer der jüngeren Jungs hat diese Woche seinen Geburtstag gefeiert...zum ersten Mal in seinem Leben. Das war echt schön, das Strahlen auf seinem Gesicht zu sehen, als alle für ihn gesungen haben und er ein Geschenk bekommen hat.
Das Umfeld hier ist natürlich sehr anders...auf der Straße sieht man viele Kinder spielen, die Häuser sind zum Teil sehr einfach oder sind eigentlich eher Hütten und es gibt viele Straßenstände, wo man etwas zu essen kaufen kann. Außerdem streunen überall Hunde herum, die aber nicht gefährlich, sondern ängstlich sind. Als Weißer fällt man ziemlich auf, Leute hupen und Kinder rufen "Hello" und fragen nach Namen und Alter. Eigentlich ist das komisch, weil man schon immer mal wieder einen Weißen sieht, wenn auch nicht allzu oft. Aber es scheint einfach etwas Besonderes zu sein. Für mich ist das Gefühl, sehr oft der Größte zu sein, auch ziemlich witzig und ungewohnt. Viele der Dinge, die man hier kaufen kann, sind sehr billig. So kostet zum Beispiel ein halber Liter Coca-Cola im Supermarkt nur ca. 40 Cent. Und der Sprit kostet ungefähr 1€/Liter.
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind echt cool... wobei sie eigentlich nicht öffentlich, sondern privat sind. Auf den größeren Straßen gibt es Jeepneys, das sind kleine Busse, mit denen man für 8 Pesos (ca. 15 Cent) fährt. In den kleineren Straßen gibt es Tricycles, das sind Motorräder mit Seitenwagen, für die man auch 8 Pesos bezahlt. Damit können sieben Leute fahren, ein Fahrer, zwei hinten auf dem Motorrad und vier im Seitenwagen. Einen Helm zieht man dabei natürlich nicht auf, sondern hält sich an einer Stange am Dach. Außerdem gibt es auch noch Pedicabs (Fahrräder mit Seitenwagen), die in jede noch so kleine Straße fahren. Der Verkehr ist auch interessant, es wird gern aus drei Spuren vier gemacht, gedrängelt, gehupt usw.
Achja, die Dusche ist auch witzig....einfach ein Wasserhahn mit einem Eimer drunter und einer Schöpfkelle dabei. Zum Essen gibt es normalerweise dreimal am Tag Reis und fast immer Fleisch dazu. Meistens ist es eine Art Gulasch mit Gemüse dabei. Als es mal Fisch gab, wurde ich gefragt, ob ich den Kopf, den Körper oder den Schwanz will. Da hab ich mich natürlich für den Körper entschieden, was es aber dann gar nicht mehr gab. Also hab ich eben den Schwanz genommen, was aber echt ok war. Also den Schwanz selbst hab ich nicht gegessen, aber das Fleisch, das noch davor war. Außerdem habe ich auch schon einen Krebs gegessen, den ich noch selber aufknacken musste. Hat im Prinzip auch nur wie Fisch geschmeckt. Heute Morgen gab es ein Ei-Gericht, bei dem - wenn ich alles richtig verstanden habe - die Eier zuvor einige Tage oder Wochen in die Erde gesteckt werden...das schmeckt man auch, es schmeckt einfach wie faule Eier. Aber das war das erste Mal, dass ich etwas nicht gemocht habe.
Und zum Schluss noch eine wunderbare Nachricht für alle, die es noch nicht gehört haben: Lena und ich haben uns verlobt! Nachdem wir uns am Samstag (02.03.) voller Freude nach siebeneinhalb Monaten wiedergesehen haben, haben wir Lenas 20. Geburtstag (03.03.) gemeinsam gefeiert und zu einem ganz besonderen Tag für uns beide gemacht. Wir sind sehr, sehr glücklich und freuen uns auf die Zukunft :)
Das war es soweit einmal, liebe Grüße und genießt es, dass jetzt der Frühling nach Deutschland kommt (dank GEA-E-Paper kann ich ein bisschen die Temperaturen mitverfolgen).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen